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TÜV-Studie: Jeder dritte Tacho manipuliert

2015-10-28 15:12

Oktober 2015

In einer repräsentativen Umfrage hat der TÜV Rheinland 900 Käufer und Verkäufer von Gebrauchtwagen befragt. Rund 40 Prozent der Befragten halten danach eine Tachomanipulation bei einem Gebrauchtwagen für sehr wahrscheinlich. Private Käufer gehen davon aus, dass bei etwa einem Drittel aller angebotenen Gebrauchtwagen der Tacho zurückgedreht wurde. Das deckt sich mit Beobachtungen der Polizei. Rund zwei Drittel der Befragten standen den Angeboten von Privatverkäufern und freiem Handel skeptisch gegenüber, etwa 30 Prozent äußerten Bedenken gegenüber Markenhändlern.

Der Grund für illegale Tachomanipulationen liegt auf der Hand: Der Verkäufer möchte eine höhere Rendite erzielen. Dadurch entstehen laut Schätzungen jährlich volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. In einem Beispiel rechnet der TÜV vor, dass der Verkaufspreis einer Mercedes Benz E-Klasse von 2011 um 5.400 Euro steigt, wenn der Tacho statt 114.000 nur 48.000 km aufweist.

Die Automobilindustrie macht es dabei den Betrügern verhältnismäßig leicht, am Tachostand zu drehen. Die dafür benötigten Geräte sind legal im Netz erhältlich, und selbst bei einem noch nicht einmal drei Jahre alten Auto dauert die Arbeit nur kurze Zeit. Der finanzielle Schaden ist aber nicht das einzige, was einem betrogenen Käufer blüht. Vielmehr versäumt er unter Umständen wichtige Wartungsarbeiten wie beispielsweise einen Zahnriemenwechsel, was zu schwerwiegenden Motorschäden führen kann.

Für eine Tacho-Manipulation sieht der Gesetzgeber zur Zeit eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vor. Experten fordern deutlich höhere Strafen für Betrüger und erwägen, eine Datenbank aufzubauen, in der freiwillig Kilometerstände zum Beispiel bei Hauptuntersuchungen, Reifenwechsel oder Pannen eingespeist und wieder abgerufen werden können.

Bild: fotolia.de
Bild: fotolia.de

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